Was also mit einem popeligen Fernseher alles möglich ist, lässt sich nicht an den smarten Geräten zweifeln, die wir den ganzen Tag mit uns rum tragen?
Natürlich lässt sich das auch bei Smartphones nicht grundsätzlich ausschließen. Genau deshalb spielt für mich eine Rolle, wem ich solche Geräte anvertraue und welches Geschäftsmodell dahintersteht.
Bei Apple ist Datenschutz seit Jahren ein wesentlicher Bestandteil der Produktarchitektur und des Geschäftsmodells. Apple verdient sein Geld in erster Linie mit Hardware und Diensten und nicht damit, möglichst detaillierte Nutzerprofile für ein werbefinanziertes Kerngeschäft aufzubauen. Vieles wird bewusst lokal auf dem Gerät verarbeitet, Apps werden stark voneinander abgeschottet und Tracking über Apps hinweg muss ausdrücklich erlaubt werden.
Bei Google sieht die Interessenlage strukturell anders aus. Ein erheblicher Teil des Geschäfts basiert auf Werbung. Dafür sind möglichst genaue Informationen über Interessen und Verhalten wirtschaftlich wertvoll. Das bedeutet nicht, dass Google einfach persönliche Datenpakete verkauft. Aber Datenerfassung und die Nutzung dieser Informationen für personalisierte Werbung gehören zum Geschäftsmodell.
Dazu kommt ein Punkt, der mir bei Apple durchaus Vertrauen gibt. Apple Produkte und Betriebssysteme werden weltweit von Sicherheitsforschern, Hackern, Journalisten, Behörden und natürlich auch Konkurrenten auseinandergenommen. Ein belastbarer Nachweis, dass Apple entgegen seiner öffentlichen Aussagen heimlich systematisch Nutzerdaten für Werbeprofile abschöpft, wäre eine enorme Geschichte. Nach so vielen Jahren und Milliarden Geräten wäre es ziemlich schwierig, eine solche Praxis dauerhaft zu verbergen.
Hundertprozentiges Vertrauen habe ich trotzdem in kein Unternehmen. Ich bewerte Risiken. Und dabei spielt für mich auch der Hersteller und dessen Rechtsraum eine Rolle. Gerade bei chinesischen Herstellern gab es in der Vergangenheit wiederholt erhebliche Sicherheitsvorwürfe und tatsächlich dokumentierte Fälle von vorinstallierter Malware oder problematischen Komponenten bis hinunter auf Firmwareebene oder Codeebene in Chips
Deshalb vertraue ich Apple in dieser Hinsicht deutlich mehr. Nicht weil ich glaube, dass Apple heilig ist, sondern weil Geschäftsmodell, technische Architektur, öffentliche Kontrolle und der regulatorische Rahmen für mich das geringere Risiko ergeben.